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    Anatomie Atlas - Der Körper des Menschen

Blutgefäße im Körper des Menschen

Die Blutversorgung des Körpers erfolgt über ein weitverzweigtes System aus großen und millimeterkleinen Gefäßen. Zu den großen Blutgefäßen gehören die Arterien und Venen. Sie leiten das Blut zum Herzen hin beziehungsweise von ihm weg.

Die Namen "Arterie" beziehungsweise "Vene" geben daher ausschließlich die Strömungsrichtung des Blutes an und deuten nicht etwa auf unterschiedliche Gewebssubstanzen hin. Arterielles Blut bedeutet sauerstoffreiches Blut, während venöses Blut sauerstoffarm ist.

Arterien

Arterien (Schlagadern) sind dicke, elastische Muskelröhren, umgeben von lockerem Bindegewebe, die das sauerstoffhaltige Blut vom Herzen zu allen Körperteilen transportieren. Innen ist die Arterie mit einer glatten Zellschicht ausgekleidet, die den freien Durchfluß des Blutes ermöglicht.

Bei jedem Herzschlag entsteht Druck auf die elastische Arterienwand, die sich dadurch kurzfristig erweitert und Energie übertragen bekommt. Wenn der Druck abfällt, gibt die Arterienwand diese Energie wieder ab und zieht sich auf ihre ursprüngliche Stärke zusammen. Dieser Vorgang heißt Pulswelle oder Pulsschlag und kann an oberflächlich liegenden Arterien - am Handgelenk oder am Hals - ertastet werden.

Der Puls ist die Anzahl der Schläge in einer Minute. Bei einem gesunden Menschen in Ruhestellung sind 60-90 Schläge pro Minute normal. Mit jeder dieser Kontraktionen gelangt Blut vom Herzen zur Lungenarterie und zur ¬Aorta (Hauptschlagader) und von dort aus schließlich in immer kleinere Arterien.

Die Aorta ist die Hauptschlagader des Körpers. Sie tritt bogenförmig aus dem Herzen heraus und verzweigt sich zu Herzkranzgefäßen (KoronarArterien), die das Herz selbst mit Blut versorgen. Diese Gefäße entspringen dicht oberhalb der Aortenklappe und umgeben das Herz in einer Kranzfurche. Die zahlreichen Arterien, die im weiteren Verlauf von der Aorta abzweigen, transportieren das Blut in sämtliche Körperregionen. Der Transport verläuft über immer kleinere Arterien, noch kleinere Arteriolen und schließlich winzige Kapillaren. Zu jeder Arterie im Körper gehört eine Vene, die das Blut wieder zurück zum Herzen führt. 

Venen

Die Venen ergänzen die Arterien in ihrer Funktion. Auch hier handelt es sich um Röhren aus Muskelund Bindegewebe, allerdings mit einer wesentlich dünneren Muskelzellschicht und daher einem größeren Innendurchmesser. Die Venen transportieren das verbrauchte, sauerstoffarme und mit Abfallstoffen durchsetzte Blut zum Herzen zurück.

Zum Zweck dieses Transports in die Gegenrichtung der Schwerkraft sind die großen Venen mit Klappen ausgestattet, die einen Rückfluß des Blutes in die Körperperipherie verhindern. Die Entsorgung der Abfallstoffe und die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt über die Kapillare: winzige Gefäße, die die Verbindung zwischen Blutkreislauf und Zellen darstellen.

Kapillare

Kapillare, auch Haargefäße genannt, sind die kleinsten Bluttransportwege; jeder von ihnen hat einen Durchmesser von nur sieben bis zehn Tausendstel Millimeter. Kapillaren bestehen aus einer röhrenförmigen Zellschicht. Diese ist dünn genug, um einen Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe zu ermöglichen. Dabei dringt Sauerstoff von den roten Blutzellen durch die Kapillarwände, und umgekehrt gelangen Kohlendioxid und Abfallstoffe nach außen.

Hautkapillare sind wichtig bei der Regulierung der Körpertemperatur. Wenn sie ansteigt, wird die Haut (Cutis) stärker durchblutet, und so kann sich das Blut an der Körperoberfläche abkühlen.

Blauer Fleck - Schon gewusst?

Kommt es zu einer Verletzung der empfindlichen Kapillaren, gerät Blut in das Gewebe, und es entsteht ein Bluterguß. Zur Behandlung im akuten Stadium eignen sich am besten Kälte und Druckverband.

Das Hämoglobin in diesem ausgetretenen Blut verfärbt sich blau, weil das Gewebe ihm den Sauerstoff entzieht. Wird der blaue Fleck später grün und gelb, so liegt das am Bilirubin, einem Abbauprodukt des Hämoglobins. Diese Färbung kündigt die Erneuerung der verletzten Kapillaren an.